Maxime Prévot in Amman: „Jordanien zu unterstützen heißt, die Stabilität einer ganzen Region zu verteidigen“

Einen Tag nach seinem Besuch in Beirut reist Vizepremierminister und Außenminister Maxime Prévot zu einem Arbeitsbesuch nach Amman. Im Mittelpunkt stehen die regionale Lage sowie die Stärkung der Partnerschaft zwischen Belgien und Jordanien. Prévot trifft dort seinen Amtskollegen, den Vizepremierminister und Außenminister Ayman Safadi.

Belgien und Jordanien pflegen seit Langem eine enge, stabile und ausgewogene Beziehung. Sie stützt sich auf eine intensive Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Terrorismusbekämpfung und Multilateralismus. In einer Region, die von aufeinanderfolgenden Krisen geprägt ist, gilt Jordanien als unverzichtbarer Partner und als zentraler Stabilitätsfaktor.

Das Königreich spielt eine Schlüsselrolle, sowohl bei der Aufnahme von Millionen Geflüchteten als auch bei den regionalen Sicherheitsanstrengungen. Dazu zählen die Beteiligung an der Koalition gegen Daesh sowie der Aqaba‑Prozess.

Dank und konkrete Zusammenarbeit

Minister Prévot dankt den jordanischen Behörden ausdrücklich für ihre entscheidende Rolle bei der Evakuierung belgischer Staatsangehöriger und ihrer Familien aus Gaza. Er würdigt zudem das kontinuierliche Engagement Jordaniens beim Transport humanitärer Hilfe.

Jordanien ist heute ein zentraler logistischer Knotenpunkt für Hilfslieferungen nach Gaza und in die gesamte Region – in einem besonders angespannten humanitären Umfeld.

Ein Land an vorderster Front

Jordanien ist unmittelbar von den Folgen der regionalen Eskalation betroffen. Seit Beginn des Konflikts zwischen Iran, den Vereinigten Staaten und Israel wird sein Luftraum von Raketen und Drohnen durchquert. Einige davon haben auf jordanischem Staatsgebiet Schäden verursacht und Menschen verletzt. Hinzu kommen wachsende wirtschaftliche Belastungen in einem Land, das bereits mehr als 3,7 Millionen Geflüchtete aufgenommen hat.

Vor diesem Hintergrund bringt Belgien seine uneingeschränkte Solidarität mit Jordanien zum Ausdruck und würdigt die Zurückhaltung, die das Land an den Tag legt.

„Jordanien steht heute an vorderster Front eines Konflikts, den es nicht gewählt hat. Es trägt die direkten Folgen regionaler Spannungen und übernimmt weiterhin eine zentrale stabilisierende Rolle. Es schützt Millionen Geflüchteter, erleichtert humanitäre Hilfe und leistet einen aktiven Beitrag zur regionalen Sicherheit. Jordanien zu unterstützen ist nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern eine strategische Entscheidung für die Stabilität der gesamten Region“, erklärt Minister Prévot.

Deeskalation und Völkerrecht

Die Gespräche drehen sich um die dringende Notwendigkeit einer Deeskalation, um die Lage in Gaza und im Westjordanland sowie um die Spannungen rund um Jerusalem.

Belgien verurteilt die iranischen Angriffe und ruft alle Parteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu achten. Der Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur muss unter allen Umständen gewährleistet werden.

Minister Prévot bekräftigt zudem die Unterstützung Belgiens für die Rolle Jordaniens als Hüter der heiligen Stätten in Jerusalem sowie für das UNRWA, einen unverzichtbaren Akteur für die regionale Stabilität.